Ästhetische Chirurgie

Die ästhetische Chirurgie (synonym: kosmetische Chirurgie, Schönheitschirurgie) soll dem Wohlbefinden des Patienten dienen. Die Planung eines ästhetischen Eingriffes zur Verbesserung des äusseren Erscheinungsbildes muss daher immer dieses oberste Ziel im Auge behalten. Die ästhetische Chirurgie dient also keinem Selbstzweck, sondern ist immer Mittel zum Zweck. Sie soll Menschen, die sich durch ihr Äusseres beeinträchtigt fühlen, helfen zu einem normalen Körperempfinden zu finden. Es kann hingegen nicht das Ziel der ästhetischen Chirurgie sein eine makellos schöne oder jugendlich erscheinende Gesellschaft um ihrer selbst willen zu produzieren und dazu beizutragen, den gesellschaftlichen Druck auf den Einzelnen hinsichtlich eines attraktiven Aussehens weiter zu erhöhen, wie es die Medien zuweilen suggerieren.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Gesundheit als einen Zustand vollständigen körperlichen, psychischen und sozialen Wohlergehens, der über die Abwesenheit von Krankheit oder Gebrechen hinaus reicht. Gesundheit ist somit ein ganzheitliches Phänomen im Sinne der Einheit von Körper und Geist und berücksichtigt auch die Beziehung zwischen Individuum und Gesellschaft. In diesem Sinne wird die ästhetische Chirurgie vereinfacht auch als „Psychotherapie mit dem Skalpell“ bezeichnet.

Im Gegensatz zu anderen chirurgischen Fachgebieten, die der Behandlung rein körperlicher Erkrankungen dienen und vom Arzt indiziert werden, liegt die ethische Problematik der ästhetischen Chirurgie darin begründet, dass der Patient selber wesentlich bei der Indikationsstellung mitwirkt. Da die Schwere des psychischen Leidens unter einem äusseren Merkmal nicht mit dessen Ausprägung übereinstimmen muss ist es nicht möglich das Leiden des Einzelnen unter diesem Merkmal objektiv zu messen. So kann eine junge Frau erheblich unter einem kleinen Nasenhöcker leiden, während sich ihr Vater durch einen wesentlich grösseren Höcker der eigenen Nase überhaupt nicht gestört fühlt. Gleichwohl kann eine vom Patienten subjektiv als stark bewertete Beeinträchtigung durch einen objektiv geringfügigen Defekt Anhalt für ein krankhaft gestörtes Körperempfinden (Dysmorphophobie) sein. Patienten, die hierunter leiden, können durch eine ästhetische Operation nicht geheilt werden, sondern hierdurch sogar in ihrer krankhaften Wahrnehmung bestärkt werden. Es liegt eine hohe Verantwortung des plastischen Chirurgen darin begründet, die Indikationsstellung bei jedem Patienten individuell neu zu stellen und mehrfach zu überprüfen, um mit grösstmöglicher Sicherheit auszuschliessen, dass eine ästhetische Operation ohne echten Nutzen oder gar zum Schaden des Patienten vorgenommen wird. Kurzfristige Wünsche eines Patienten zu einer ästhetischen Operation sind daher kritisch zu prüfen und im Zweifelsfall ein Eingriff zurückzustellen, bei dem die Nachvollziehbarkeit und Nachhaltigkeit des Wunsches nicht hinreichend sichergestellt ist.

Ein verantwortungsvoller Umgang mit der ästhetischen Chirurgie beinhaltet heute mehr denn je, dass ein ästhetischer Eingriff vom plastischen Chirurgen nicht als reine Dienstleistung verstanden wird, die einem „Kunden“ verkauft wird. Ästhetische Chirurgie ist grundsätzlich dem Ziel der Gesundheit entsprechend der WHO-Definition verpflichtet. So gilt es auch dem Patienten zu vermitteln, dass eine ästhetische Behandlung kein „Luxusartikel“ ist, dessen „Erwerb“ ausschliesslich von seinen persönlichen Wünschen und finanziellen Möglichkeiten abhängt. Nur mit diesem beiderseitigen Verständnis kann ästhetische Chirurgie verantwortungsvoll praktiziert werden.

Um die bestmöglichen Resultate zu erzielen ist eine sorgfältige Patientenselektion erforderlich. Nicht jedes Verfahren ist für jeden Patienten gleichermassen geeignet. Die individuellen Bedürfnisse und Besonderheiten jedes Patienten müssen bei der Behandlungsplanung berücksichtigt werden, weshalb vor einem persönlichen Beratungsgespräch nur allgemeine Informationen möglich sind.

Grundsätzlich ist der Verzicht auf eine Behandlung sicherlich besser, als sich einer falschen Behandlung zu unterziehen. Eine ästhetisch motivierte und somit nicht medizinisch notwendige Behandlung durchführen zu lassen ist eine wichtige Entscheidung, die erst nach einer qualifizierten Beratung mit ausführlicher Diskussion der Vor- und Nachteile sowie möglicher Alternativen getroffen werden sollte.

Wie jedes medizinische Fachgebiet unterliegt auch die ästhetische Chirurgie einer kontinuierlichen Entwicklung und somit einem anhaltenden Wandel, aufgrund dessen für die Darstellungen auf dieser Website keine Anspruch auf Vollständigkeit erhoben werden kann. Sollten Sie Fragen zu weiteren Behandlungen haben, die hier nicht aufgeführt sind, sprechen Sie uns bitte direkt an. Wir beantworten Sie Ihnen gerne.

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